| Auf den Spuren der Leszczyñski |
Großpolnisches
Panorama
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Wer noch nicht heimfahren muss, ist eingeladen,
mir auf der E261 Richtung Wroc³aw/ Breslau nach Süden zu folgen. Leszno/
Lissa ist unsere erste Station,
und wir parken den Wagen möglichst nahe beim Rynek. In der Mitte des geräumigen
Marktplatzes steht in Altrosa und Schönbrunnergelb das 1639 vollendete
Rathaus des italienischen Stadtarchitekten Pompeo Ferrari. Die bei Rynek
38 beginnende Kirchengasse geleitet uns zu Sankt Nikolaus, ebenfalls aus
dem 17.Jahrhundert. In diesem barocken Gotteshaus ruhen - an Seitenaltären
links und rechts der Vierung - Angehörige der Magnatenfamilie Leszczyñski,
die jahrhundertelang die Region beherrschte. Durch sie war Leszno am Beginn
der Neuzeit zu einem Hort der Toleranz geworden, der verfolgten Andersgläubigen
Schutz und Schirm gewährte. Seine Druckerei verbreitet zum Ärger der Kirche
auch manches nonkonformistische Gedankengut.
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Durch die Verheerung der Schwedenkriege
und besonders nach dem Aussterben der Leszczyñski sank die Stadt wieder
in die Bedeutungslosigkeit zurück. Immerhin aber hatte der letzte männliche
Nachkomme des Adelsgeschlechts, Stanis³aw, es noch zum (von Schweden protegierten)
polnischen Gegenkönig gebracht. Und zum Schwiegervater von Ludwig XV.,
was ihm dann nach seiner Absetzung als Ausgedinge des Herzogtum Lothringen
bescherte, wo er Nancy zu seiner glanzvollen Residenz ausbaute. Eine weitere
Beziehung übrigens zwischen Polen und dem Westen, namentlich zu Frankreich.
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Knapp zehn Kilometer südlich
von Leszno, in Rydzyna/ Reisen, zeugt
ein mächtiges Barockschloss vom früheren Einfluss der Leszczyñski - ihr
Stammsitz im 17. und 18.Jahrhundert, bevor die Fürsten Su³kowski ihn übernahm;
heute dient die Anlage als Hotel-Restaurant und Ferienheim. Von da aus
werden die meisten Reisenden wohl auf der E261 über Radwicz/ Rawitsch
und Trzebnica/ Trebnitz direkt nach Wroc³aw/ Breslau weiterfahren. Wer
über viel Zeit verfügt, sollte aber den gut 100 Kilometer längeren Weg
über Polens angeblich älteste Siedlung Kalisz nicht scheuen.
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| Deutschsprachiger Link zum Schloss Rydzyna: Schlosshotel Rydzyna | |||||
| Deutschsprachiger Link zum Ort Rydzyna: www.wikipedia-Rydzyna | |||||
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75 Kilometer weiter (und knapp 20 vor Kalisz)
treffen wir in Go³uchów wieder auf
Leszczyñski- Spuren. Allerdings sind sie schon stark verwischt, denn das
gegenwärtige Renaissance- Schloss mit seinem reizvollen Arkadenhof ist
"unecht": es entstand erst in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts.
Doch geht die ausgedehnte Anlage, zu der auch ein Arboretum und ein Büffelgehege
gehören, auf eine Gründung Rafa³ Leszczyñskis von 1560 zurück. Ebenso
wie die - jetzt vom Nationalmuseums Poznañ verwaltete - kunterbunte Sammlungen
der Familie, die an frühneuzeitliche "Kunst- und Wunderkammern"
denken lassen.
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Kalisz/ Kalisch
träumt von Fremden wenig beachtet dahin. Dies ist nicht zuletzt seiner "abseitigen"
Lage fern der großen Touristenrouten zuzuschreiben. Dabei könnte die Stadt
zwischen Bernardynka und Prosna, einem Nebenfluss der Warthe, Polens älteste
bis heute bewohnte Siedlung sein. Wenn sie zu Recht für identisch gehalten
wird mit dem vom alexanderinischen Geographen Ptolemäus vor bald zwei Jahrtausenden
genannten Calissa. |
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Wir verlassen Kalisz in südwestlicher Richtung. Bis Ostrów
Wielkopolski zunächst auf der 25er und ab da auf der 43er, von der bei Antonin
die Lokalstraße Nummer 446 abzweigt, die kurz vor Ole¶nica/ Oels auf die
E67 nach Wroc³aw/ Breslau trifft. |