Zu Slowinzen und Kaschuben

Kozalin - Museum

Die Hauptstraße (Nr.6; E28) führt von Koszalin ostwärts über S³upsk nach Danzig. Wir hingegen wählen den reizvolleren Umweg über Dar³owo und Ustka, der uns wieder in Küstenähe bringt. Behäbige Backstein-Gutshöfe säumen die Strecke, man sieht Herden schwarz-weiß gefleckter Rinder grasen, über die Felder fliegen Störche.
Auch Dar³owo/Rügenwalde, am Zusammenfluss von Grabowa und Wieprza unweit deren gemeinsamer Mündung in die Ostsee, atmet noch ein wenig gemütlich-nostalgischen Geist. Auf dem Rynek erfreut uns manch barockes, leider schäbig gewordenes Bürger- und das Rathaus. Die gotische Marienkirche beherbergt in ihrer Vorhalle rechts als mittleren von drei Sarkophagen den des Erich von Pommern, der sich als Einiger Skandinaviens Erik I. nannte. Er starb 1459 im Dar³ower Herzogsschloss, wo heute das Heimatmuseum sein Domizil hat.
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Ko¶ció³ w Dobies³awiu
Ko¶ció³ w Bukowie M.
Ko¶ció³ w Cisowie
Bilder aus einem Fotowettbewerb um die Gemeinde Dar³owo
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Im nahen Villen- und Erholungsort Dar³ówko/ Rügenwaldermünde verbringen hauptsächlich Polen ihren Urlaub. Von da aus gehen aus Passagierschiffe ab nach Ko³obrzeg und Ustka, unserem nächsten Ziel. Wir aber benutzen die Straße und verlassen Dar³owo durch ein Stadttor des 14. Jahrhunderts.
Einige Kilometer hinter dem Ort zweigt links ein Weg ab nach Jaros³awiec/ Jershöft, wo es Reste der Steilküste gibt sowie ein starkes Leuchtfeuer, und weiter nach Ustka. Dessen früherer Name Stolpmünde charakterisiert die Lage des Städtchens, das über Strand, Campingplätze, Ferienheime und Sanatorien verfügt, aber auch über Werften und Fischverarbeitende Industrie.
Jaros³awiec
S³upsk/Stolp
Das nach dem Fluss S³upia/ Stolpe benannte S³upsk/ Stolp liegt wiederum landeinwärts, auf der Straße Nummer 21 rund 20 Kilometer. Auch dieser Ort, im Zweiten Weltkrieg schwer verwüstet, zeigt ein weitgehend modernes Gesicht. Im Kern der einstigen Hansestadt haben sich aber einige sehenswerte Bauten erhalten. Wir beginnen mit der backsteingotischen dreischiffigen Marienkirche (14. Jahrhundert), deren plumper Turm auf der Vorhalle aufsitzt. Freunde wilhelmischer Architektur werden von dort durch die £ukasiewicza westwärts zum Siegesplatz wandern, an dem das neugotische Rathaus der Jahrhundertwende steht. Die Straße Miko³ajska oder Jagie³³y geleiten uns zum wichtigsten Areal von S³upsk; dicht beieinander liegen die barockisierte Dominikanerkirche, die Schlossmühle, das Mühlentor und das Renaissanceschloss der Herzöge. In ihm wurde das Mittelpommern- Museum mit beachtlichen Schätzen eingerichtet; ich nenne nur die beiden Sarkophage der Familie Croy gleich rechts im Parterre. In seinem Rittersaal sind bei Musikfestivals Klavierkonzerte zu hören. Über die Hexenbastei, einen Turm der einstigen Stadtbefestigung ein paar Schritte flussabwärts, erreichen wir wieder den Domplatz.
S³upsk/Stolp
S³upsk/Stolp
S³upsk/Stolp
S³upsk/Stolp
Der S³owiñski- Nationalpark nordöstlich von S³upsk umfasst die nur durch einen schmalen Landstreifen vom Meer getrennten Küstenseen Gradno und £ebsko. Seine besondere Attraktion sind bis zu 50 Meter hohe Wanderdünen, von den Einheimischen Bia³e góry/ weiße Berge genannt. Wer will, kann mit dem Auto gegen eine geringe Gebühr bis zu einem V1- Betonbunker beim Örtchen R±bek fahren und von dort durch die "Wüstenlandschaft" einem zweistündigen Rundgang unternehmen. Da die Dünen schon einige Wälder "verschluckt" haben, versuchen Forstbeamte, den Wandertrieb durch Bepflanzung und geflochtene Zäune zu stoppen.
S³owiñski- Nationalpark
S³owiñski- Nationalpark
In Kluki demonstriert ein Freilichtmuseum die traditionelle Bau- und Lebensweise der Slowinzen, jenes slawischen Stammes, nach dem der Nationalpark heißt. Diese Ureinwohner wurden durch die fortschreitende Germanisierung der pommerschen Bevölkerung nach Osten gedrängt. Als sich Ende des 19. Jahrhunderts die Wissenschaft für sie zu interessieren begann, waren sie schon weitgehend assimiliert.
Slowinzisches Freilichtmuseum Kluki / Klucken
Slowinzisches Freilichtmuseum:
Wsi Slowinskiej
Museum Slowinzisches Dorf
Kluki / Klucken
Postanschrift:
Muzeum Wsi Slowinskiej w KIlukach
PL 76-214 Smoldzino
Tel.: (059) 846 30 20
Öffnungszeiten zwischen Mai u. Sept.:
Di. bis So.: 10.00 bis 18.00 Uhr
Mo. 9.00 bis 16.00 Uhr
Öffnungszeiten Okt. bis April:
Mo. bis So.: 9.00 bis 16.00 Uhr.
Das Museum ist eine Außenstelle des Mittelpommernschen Museums in Slupsk / Stolp.
Woher stammt der Name: Slowintzen?
Der Name "Slowinzen" wurde Mitte des 19. Jahr-hunderts vom russischen Wissenschaftler Allexander Hilferding eingeführt, um die kaschubische Volksgruppe in der Enklave zwischen den Seen Leba See und Garder See zu bezeichnen.
Von einem anderen slawischen Stamm, den Kaschuben, sprach ich schon vorhin. Sie besiedeln die nach ihnen benannte Seenplatte oder auch die Szwajcaria Kazubska/ Kaschubische Schweiz. Im Skansen von Wdzydze Kieszewskie/ Sanddorf (südlich von Ko¶cierzyna) findet man ihre überlieferten Hausformen bewahrt. Das kaschubische Brauchtum wird freilich bereits vielfach als Folklore vermarktet. Für Keramik sind die Ort Kartuzy und Chmielno berühmt, für Stickerei ¯ukowo.
In ¯ukowo/ Zucker können Sie auch das ehemalige Prämonstratenstift besuchen. Die Klosterkirche birgt in der linken Seitenkapelle einen flämischen Flügelaltar im Übergangsstil von Spätgotik zur Renaissance. Unter der üblichen barocken Ausstattung fällt der ungewöhnliche kombinierte Kanzel- und Emporenaufgang mit Bildern der Äbte des aufgelassenen Konvents auf.
Kirche von ¯ukowo
Wie¿yca Ein Dutzend Kilometer westlich ¯ukowos liegt Kartzy/ Karthaus(e!) mit einem säkularisierten Kartäuserkloster (an der Ausfahrstraße nach S³upsk und Lêbork). Vom Monasterium blieb wenig erhalten, doch die Kirche "arbeitet" noch. In ihr finden wir einen spätgotischen Schnitzaltar von 1444 mit dem Hauptmotiv der Marienkrönung, flankiert von je drei Heiligenfiguren. Die bemalte Predella (Sockel unter dem Schrein) zeigt noch einmal Christus mit seiner Mutter, umgebend von den zwölf Aposteln. Rund 15 Kilometer südlich von Kartuzy ist der höchste Gipfel der Kaschubischen Schweiz, ja ganz Pommerns zu sehen, Wie¿yca/ Turmberg (329 m). Wieder südlich davon kam 1747 Józef Wybicki, der Schöpfer der (jetzigen) polnischen Nationalhymne "Jeszcze Polska nie zgniê³a", zur Welt.